Koudelka

Akt 18 - Briefe einer Mutter

Auf dem Weg zu Patriks Wohnhaus knacken die drei einen Safe. Sie finden darin Briefe einer gewissen Sophia D Lota. Neugierig lesen sie die Briefe.

1. Brief

Meine liebe Tochter Charlotte, während ich hier im Stillen sitze und dir diese Zeilen schreibe, naht der der Winter in der Gegend um das Schloss Arden.
Ich bedaure so sehr, dass so viele Menschen durch meine egoistische Affäre betroffen sind. Besonders du, mein Schatz. Du wurdest nach Wales geschickt, wo du viele traurige Erfahrungen machen musstest. Es weckt in mir das Gefühl, dass ich eine schlechte Mutter bin, weil ich dich nicht glücklich machen kann.
Aber etwas wird sich nie ändern. Du bist und bleibst meine Tochter.
Du bist die Tochter des Mannes, den ich von ganzem Herzen geliebt habe, Phillip Christopher.
Ich werde dich, deinen Bruder und deine Schwester wahrscheinlich nie wiedersehen.
Ich bin mir sicher, dass du ihm sehr ähnelst. Schon als du geboren wurdest, warst du gesegnet. Dass du noch lebst, zeugt davon.
Ich frage mich oft, was für eine Augenfarbe du hast und wie es sich anfühlen würde, wenn ich dir durch deine Haare streichen könnte.
Ich träume immer von dem Tag, an dem ich dich sehen werde, obwohl ich tief in meinem Innern weiß, dass es nie geschehen wird.
Auch wenn wir weit voneinander entfernt leben, in meine Herzen wirst du immer bei mir sein.
Bitte gib gut auf dich Acht.
Deine Mutter,
Sophia D'Lota

2. Brief

Meine liebe Tochter Charlotte, nun sind schon fünf Sommer vergangen, seit du das Licht der Welt erblickt hast.
Ich glaube, ich habe dir schon über 20 Briefe geschrieben. Auch wenn meine Schreibkunst nur mäßig ist, freue ich mich, mit dir meine Gefühle zu teilen.
Heute werde ich dir etwas über deinen Vater erzählen. Dein Vater, Phillip Christopher, ist der Sohn des Grafen von Koenigsmark, Schwedens Generalinspekteur der Artillerie.
Ich und dein Vater, wir waren schon als Kinder befreundet, und ich bin die Tochter eines Herzogs.
Unglücklicherweise mussten Phillip und ich uns eines Tages trennen. Die Interessen unseres Landes erforderten, dass ich den Herzog von Hannover heiraten und seine Königin werden musste. Es war ein Leben ohne Freude. Es war dein Vater, der wieder in mein Leben trat und mich rette.
Dein Vater und ich verbrachten viele schöne Jahre miteinander. Ich habe ihn geliebt, obwohl ich bereits verheiratet war. Manche mögen dies eine heimliche Affäre nennen, aber unsere Liebe war aufrichtig, besonders verglichen mit dem Heiratsarrangement mit dem Herzog von Hannover, das nur Politik und dem Machtstreben diente. Bitte vergib deiner törichten Mutter.
Deine Mutter, Sophia D'Lota

3. Brief

Meine liebe Tochter Charlotte, ich gratuliere dir zu deinem 12. Geburtstag. Möge dich Gottes Segen dich immer beschützen.
Was wünschst du dir zu deinem Geburtstag?
Wie wäre es mit einer Himbeertorte?
Ich würde dir gerne ein schönes Kleid, einen goldenen Haarschmuck und eine Brosche schenken. Ich möchte Glück in jede Locke deines Haares flechten.
Dann könntest du wie ein wunderschöner Juwel auf dem Hof tanzen. Meine innig geliebte Charlotte, geht es dir gut?
Ich hoffe du bist wohlauf.
Ich möchte nur das du glücklich bist, auch wenn ich dazu mein eigenes Leben opfern müsste. Ich würde dich so gerne kennen lernen, und sei es auch nur für einen kurzen Augenblick. Ich möchte sehen, wie groß du geworden bist. Es vergeht kein Tag, ohne dass ich für dein Wohlergehen bete.
Ich will nicht klagen, aber...
Ich liebe dich von ganzem Herzen.
Deine Mutter,
Sophia D'Lota

Gerührt stecken sie die Briefe weg und begeben sich weiter zu Patricks Wohnhaus.

Akt 19 - Erlösung eines Geistes

In Patricks Wohnhaus kommen sie in einen Raum in dem ein festlich gedeckter Tisch steht. Nachdem sie überraschend gegen einige wild gewordene Möbel kämpfen mussten, erscheint plötzlich der Geist von Elaine. Koudelka geht mit den zuvor gefundenen Briefen auf den Geist des Mädchens zu.

KOUDELKA: Charlotte, weißt du was das hier ist? Das sind Briefe von deiner Mutter.
CHARLOTTE: Meine Mutter? Briefe... Es sind so viele.
KOUDELKA: Weißt du, deine Mutter war die Königin von Hannover. Direkt nach deiner geheimgehaltenen Geburt wurde Deine Mutter in Aldernay Castle eingesperrt. Selbst als sie dort gefangen war, schickte sie dir viele Briefe, hierher in dieses Kloster. Sie hat dich nie gesehen, aber stellte sich immer vor wie du aussiehst. Sie träumte von dem Tag an dem sie dich sehen würde. Ihre Briefe haben dich nie erreicht, und sie erfuhr nie von deinem Tod, also schrieb sie auch noch nach deinem Tod weiterhin Briefe an dich. Deine Mutter hat dich geliebt Charlotte.
CHARLOTTE:  Was? Nein. Ich ertrage das nicht. Sie hat mich geliebt? Nein, nein. Ich hab Angst. Sie hasste mich... Was geschieht mit mir? Nein... hilf mir. Ich soll ihr vergeben? Sie hat mich geliebt? Ich hasse dich. Ich... ich hasse dich. Bete nicht für mich. Du...
KOUDELKA: Charlotte... Was ist das für ein Gefühl geliebt zu werden?

Koudelkas Frage bleibt unbeantwortet. Charlotte ist erlöst. Sie durchstöbern weiter das Wohnhaus.

Akt 20 - Forscherwahnsinn

In der Bibliothek des Wohnhauses entdecken sie eine geheime Schublade indem sich ein Buch mit dem bezeichnendem Titel Forscherbuch befindet. Neugierig lesen sie es

10. September 1895

Regen.
Jetzt, wo das Kloster renoviert ist, bin ich endlich mit Odgen und Bessy eingezogen.
Es war ein langer Weg, bis ich die Emigré-Schrift zum ersten Mal in den Händen hielt. Obwohl ich Literatur aus allen Epochen zu Rate ziehe, bleibt die Interpretation des Textes eine schwere Aufgabe. Ich besitze das Buch nun schon vier Jahre, und doch lassen mich seine Rätsel nicht los.
In der Schrift sind zahlreiche Beschreibungen des Rituals zur Gewinnung der Energie, die das Geheimnis des Lebens birgt, zu finden – das kryptische Ritual der Druiden, das den antiken Kelten geraubt und hunderte Jahre vor Christus von Alexander dem Großen niedergeschrieben wurde.
Als verbotene Schrift gebrandmarkt, wurden die Aufzeichnungen viele Jahrhunderte im Vatikan von den Kavernen unter den Gemächern des Papstes versteckt. Und nun halte ich sie in meinen Händen. Ich lebe jetzt in Wales, dem Land das in dem Text erwähnt wird.
Ich werde meine Frau in diesem von St. Daniel Scotius erbauten Kloster wiederauferstehen lassen. Natürlich ist mir bewusst, das diese Tat in Gottes Augen Blasphemie sein könnte. Doch die Liebe zu meiner Frau wird nie sterben. Ich bitte dich, Gott, deine Augen von meinem Tun abzuwenden.

16. November 1895

Regen.
Je mehr ich über dieses Kloster lerne, desto unheimlicher kommt mir dieser Ort vor.
Ogden erwähnte, das Hospiz sei vor ein paar hundert Jahren voller Leichen gewesen. Ich spüre eine Beklemmung, wie nur Todsünden sie verursachen können, wenn ich durch die unterirdischen Gänge gehe. Die ruhelosen Seelen der Toten sind allgegenwärtig.
Aber laut der Beschreibungen der Emigré-Schrift, war die Energie solch aufgebrachter Geister die treibende Kraft bei den kryptischen Ritualen der Druiden. Ich werde diesen Ort vor dem Groll der Geister bersten lassen.
Vielleicht werde ich für diese Sünden in der Hölle brennen müssen, aber wenn ich dadurch Elaine wieder zum Leben erwecken kann, werde ich es nicht bereuen.

5. Dezember 1895

Regen.
Ich habe herausgefunden, dass der im Kellergeschoss verborgene Kessel der Schlüssel zu dem Geheimnis ist. Obwohl das Buch ihn erwähnte, konnten wir ihn wegen des gut versteckten geheimen Zugangs nicht entdecken. Der Kessel Scheint aus Gold zu sein. Seine Oberfläche ist so stark verwittert, dass eine Bestimmung des Alters unmöglich ist. Es könnte sich um ein tausende bis zehntausende Jahre altes prähistorisches Artefakt handeln. Wir müssen schnell einen Altar aufstellen, um mit den Vorbereitungen zu beginnen.

16. Dezember 1895

Ich hatte Ogden damit beauftragt, Vieh zu besorgen. Er hat 320 Hühner und 43 Schweine bei einem Händler in der Stadt gekauft. Ich habe für Transportmittel gesorgt, aber der Nebel hat uns viel Zeit gekostet.
Ich werde damit beschäftigt sein, sobald die Lieferung eintrifft. Die Tieropfer sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Druidenrituals. Der Kessel muss mit frischem Blut und Fleisch gefüllt sein.
Die Zeremonie kann beginnen.

14. Februar 1896

Regen.
Schon das dritte Ritual. Immer noch keine Reaktion. Obwohl ich der Anleitung folge und die richtige Gebete spreche, scheinen die Geister nicht an Energie zu gewinnen. Ich muss einige Teile des Buches erneut studieren, bevor ich weitermachen kann. War der Ablauf des Rituals falsch oder die Tieropfer unzureichend? Ich muss alles überdenken, auch wenn ich zu schrecklichen Erkenntnissen gelange.
Ich bin schon zu weit gekommen, um mich noch durch irgendetwas abschrecken zu lassen. Ich bin mir sicher, dass Ogden es verstehen wird.

19. März 1896

Regen.
Rückkehr aus London.
Die neu angeschaffte Kutsche erfüllt ihren Zweck. Es gelang uns, drei Dirnen in den Körben auf der Ladefläche zu entführen.
Ich lockte sie aus einer Gasse im East End, betäubte sie mit Chemikalien und zog sie auf die Kutsche. Da ich noch nicht an meine neue Rolle als Entführer gewohnt war, dauerte es länger, als ich geplant hatte. Ich hätte dies ohne Ogdens Hilfe nicht schaffen können. Ich bin ihm zutiefst dankbar.

25. März 1896

Regen.
Ich weiß nicht ein noch aus, was soll ich bloß tun? Selbst wenn es mir gelingt, Elaine von den Toten aufzuerwecken, können mir meine Taten jemals vergeben werden? Ich erschrecke, wenn mir der Gedanke in den Sinn kommt.
Bessy hat sich um die Frauen, die ich entführt habe, gekümmert. Sie froren in irgendeiner Ecke von London. Ich hoffe, dass diese kleine menschliche Geste als ein vorauseilender Akt der Reue Gnade findet. Doch wie soll sie die grauenvollen Taten, die ich begehen muss, wieder gutmachen?

31. März 1896

Regen.
Ich muss mich entscheiden. Ich muss!

3. April 1896

Sturm.
Allmächtiger Gott, ich habe ohne Zweifel eine unmenschliche tat begangen, indem ich das Druidenritual mit dem Fleisch und Blut der Dirnen durchführte.
Ich spürte, wie die entfesselten Energien der Geister sich vereinten, als ich die Überreste der Frauen in den Kessel gab. Wie ich vermutet hatte, ist es Menschenfleisch, das als Opfer dargebracht werden muss, um den vollen Effekt zu erzielen. Was für ein grauenvolles, kryptisches Ritual.
Die verzweifelten und zornigen Todesschreie der Frauen verfolgen mich überall, aber ich muss weitermachen.
Es gibt jetzt kein Zurück mehr.

12. April 1896

Regen.
Erneut vollziehe ich das Ritual. Wieder habe ich vier Opfer in London aufgetrieben. Obwohl sie alle alt und arm sind, wird mir bei dem bloßen Gedanken übel, sie töten zu müssen.
Lag es an meinen Zweifeln, dass die Geister nicht dieselbe Stärke erreichten wie zuvor? Vielleicht muss ich einen jüngeren Körper voller Lebenskraft opfern. Ich frage mich, wie viele Opfer der Kessel noch verschlingen muss, um zufrieden zu sein.

5. Juni 1896

Regen.
Ich finde nicht genügend Opfer. Die Präsenz des heiligen Daniel Scotius verhindert, dass genügend Energie kulminieren kann. Es ist unausweichlich, wir müssen mehr Menschen opfern.
Ich habe inzwischen weitere 35 Dirnen geopfert, aber die spirituelle Energie hat nicht zugenommen. Um die Wiederauferstehung meiner Frau zu erreichen, brauche ich die größtmögliche vereinigte Energie aller Geister.
Ich muss einen Ausweg finden. Ich muss eine Möglichkeit finden, mehr Opfer herbeizuschaffen.

15. Juli 1896

Regen.
Die erste Lieferung von Opfern ist eingetroffen. Ogden hatte Recht, als er vorschlug, wir sollten dem Magnaten des Sklavenhandels eine enorme Geldsumme bieten. Dieser hat keine Achtung vor Menschenleben.
Die Dirnen erfahren nicht viel. Wenn sie am Kloster ankommen, freuen sie sich, dort übernachten zu können. Es ist nicht nötig, in der Stadt Jagd auf sie zu machen. Nur ein paar süße Lügen, und viele Frauen klettern freiwillig in die Kutsche. Niemand sagt ihnen, was sie erwartet.

9. September 1896

Regen.
Ich habe die Körperteile der letzten fünf Opfer in den Kessel gegeben. Die Energie im Kessel ist gestiegen. Ich bin zufrieden, denn es beweist, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
In letzter Zeit scheine ich bei der Durchführung des Rituals effektiver geworden zu sein. Doch viel mehr können Ogden und ich nicht bewältigen, da wir unmöglich Hilfskräfte anheuern können. Unsere Taten dürfen unter keinen Umständen ans Tageslicht kommen.
Ich habe beschlossen, einen Labortisch bei einem Hersteller in Manchester zu bestellen. Es wird ungefähr einen Monat dauern, bis er geliefert wird. Doch sobald wir diese Ausrüstung haben, können wir viel mehr Opferungen vornehmen.

3. Oktober 1896

Regen.
Nach dem Aufstehen opferte ich drei weitere Menschen. Nach dem Mittagessen führten wir Reparaturen am Glockenturm durch. Im Anschluss an das gemeinsame Abendessen mit Bessy und Ogden habe ich drei weitere Körper in den Kessel gegeben. Der Labortisch macht sich bezahlt. Die spirituelle Energie hat spürbar zugenommen. Bei dieser Steigungsrate bin ich vielleicht bereits vor Allerheiligen mit den Vorbereitungen für Elaines Wiederauferstehung fertig.

14. Oktober 1896

Regen.
Sechs Opferungen am Morgen.
Fünf am Nachmittag.
Sechs nach dem Abendessen.

1. November 1896

Regen.
Wie habe ich diesen Tag herbeigesehnt!
Heute werde ich das Wiederauferstehungsritual für Elaine durchführen. Der Kessel ist randvoll mit den Überresten der Prostituierten.
Die verhexten Geister haben nun völlig von diesem Kloster Besitz ergriffen. Selbst ein Heiliger kann gegen gewaltige spirituelle Energie nicht ankommen. Ich nahm Elaines Körper, den ich mit Chemikalien konserviert hatte, und legte ihn auf den Altar. Dann stimmte ich den Sprechgesang an.
Elaine du bist immer noch so schön wie damals. Ich liebe dich so sehr. Bitte vergib mir, dass ich dich aus dem Reich der Toten zurück hole.

7. November 1896

Regen.
Was ist bloß geschehen?
Ich habe alle Hoffnungen verloren.
All meine Bemühungen und Träume waren nur Illusionen.
Der Lebensbaum, der aus Elaines Leichnam emporwuchs und ihren Körper einhüllte, war offensichtlich die Manifestation der Druidenrituale, die ich so lange angestrebt hatte.
Wenn Gott Lebewesen aus dem Nichts erschaffen kann, dann war dies tatsächlich ein von Menschen geschaffenes Beispiel seiner Schöpfung. Aber zu meinem Entsetzten sah meine Frau zwar genau so aus wie vor ihrem Tod, jedoch fehlte ihr die menschliche Seele.
In der Tat, es war ein Monster. Allmächtiger Gott, ist dies die Strafe, die du für mich auserkoren hast?
Was habe ich nur getan, wie konnte ich nahezu zweihundert unschuldige Frauen zu Opfern machen?
Die einzige Hoffnung in meinem Leben war, dass die Wiederauferstehung möglich sein würde und ich eines Tages wieder glücklich hier auf Erden mit meiner Frau vereint sein könnte.
Doch alles, was ich habe, ist ein Kessel voller Blut, verhexte Geister und ein seelenloses Monster.
Ist dies das Ende, das mir vorbestimmt ist? Allmächtiger Gott, kennst du kein Erbarmen?
Ich kann nur noch einen Weg beschreiten. Ich habe zu viel verloren.
Ich weiß nicht einmal, wie ich Ogden, der mich die ganze Zeit unterstützt hat, um Verzeihung bitten soll.
Jetzt habe ich nur noch einen Wunsch, an der Seite meiner Frau in Frieden zu ruhen.

Fassungslos stecken sie das Forschungsbuch ein und erkunden weiter das Wohnhaus.

Akt 21 - Das Los eines Geistes

Sie kommen in einen Raum in dem ein Bild von Elaine hängt. Sie fangen an darüber zu diskutieren.

EDWARD: Also das ist Elaine.
KOUDELKA: Ja, von ihr hatte ich die übersinnliche Vision. Zweifeln Sie daran?
JAMES: Nein, nicht mehr.
KOUDELKA: Gut, beginnen wir.

Koudelka beginnt mit dem Geist von Elaine Kontakt aufzunehmen. Elaines Geist erscheint.

ELAINE: Wir haben uns lange nicht gesehen Mr. O. Flaherty.
JAMES: Oh, Elaine, sind Sie es wirklich?
ELAINE: Ja, ich bin es. Wie schade das ich mich Ihnen nur in dieser Gestalt zeigen kann, wo wir uns endlich wiedersehen. Das ist die Frau die auf meine Stimme antwortete, nicht wahr? Danke das Sie das für jemanden wie mich getan haben.
JAMES: Elaine, ich... ich begreife das alles nicht. Wie konnte das bloß mit Ihnen geschehen?
ELAINE: Natürlich... ich werde es erklären. Vor achtzehn Jahren wurde ich von Dieben getötet die in mein Haus eingebrochen waren. Ich war hilflos. Patrick und Ogden waren geschäftlich unterwegs. Es war niemand da, der mir helfen konnte.
JAMES: Ich kann das nicht hinnehmen. Das hätte nicht passieren dürfen.
ELAINE: Ja... Patrick reagierte genau in der selben Weise. Er wollte meinen Tod nicht akzeptieren. Er verbrachte Jahr um Jahr damit seine mystischen Fähigkeiten zu verbessern und versuchte alles um mich wieder zum Leben zu erwecken.
EDWARD: Auferweckung der Toten... Gibt es so was wirklich? Reden wir hier über Frankenstein?
KOUDELKA: Frankenstein?
EDWARD: Ja, dieser Roman.
ELAINE: Er nahm die Sache sehr ernst und er fand einen Weg es Wirklichkeit werden zu lassen.
JAMES: Die Émigré-Schrift!
ELAINE: Ja. Mit Ogdens Unterstützung und mit dem Wissen der alten Druiden führte er ein Wiederauferstehungsritual in diesem Kloster durch, aber er erlag...
KOUDELKA: Etwas ging schief, nicht wahr?
ELAINE: Er erweckte nur meinen Körper zum Leben. Wie Sie sehen, ist meine Seele immer noch dazu verdammt auf ewig losgelöst vom Körper durch das Universum zu schweifen. Die schreckliche Wahrheit ist, das mein Körper als ein herzloses Monster wiederauferstanden ist.
KOUDELKA: Monster...
ELAINE: Auch wenn das Monster aussieht wie ich, ich bin es nicht. Mr. O Flaherty, bitte vernichten Sie meinen Körper mit Ihrer Macht.
JAMES: Ihn vernichten? Aber wenn ich das tue, kann ich Sie nie mehr zum Leben erwecken.
ELAINE: Mr O Flaherty. Die Diebe raubten mir mein Leben und eigentlich müsste ich sie dafür auf Ewig verdammen, aber ich ziehe es vor zu denken, das mein Tod vom Herrgott vorherbestimmt wahr. Bitte, betrauern Sie nicht meinen Tod. Patrick hätte nicht versuchen dürfen mich wiederauferstehen zu lassen. Das wäre Gottes unwürdig und sowieso nicht zu machen. Bitte seien Sie nicht traurig. Der Tod ist ein Teil von Gottes Schöpfung. Ich flehe Sie an, vernichten Sie meinen Körper. Seine Existenz beleidigt die weise Vorsehung des Himmels. Er muss aus dieser Welt getilgt werden.

Elaines Geist verschwindet wieder.

JAMES: Warte... Elaine...Oh Gott... Nein.... Welch grausame Welt. Ich gab alles auf für dein Glück und nun... Was ist mir geblieben? Mein Leben ist bedeutungslos. Verdammt, warum habe ich mein Leben so vergeudet? Elaine! Elaine!

James bricht zusammen und kauert auf dem Boden. Nachdem er sich beruhigt hat, erkunden sie Patricks Gemächer weiter.

Akt 22 - Das Geschichte des Roger Bacon

Nach einigen weiteren Rätseln entdecken sie eine geheime Bibliothek im Wohnhaus. In dieser steht Roger Bacon und ließt interessiert alte Schriften.

ROGER: Hm... Es muss hier irgendwo sein. Hm... Nun, warum habt ihr so lange gebraucht?
KOUDELKA: Roger, ich habe ihnen doch...
EDWARD: Ist das nicht die Mumie aus dem Sarg? Wieso seit Ihr miteinander bekannt?
ROGER: Ich bin keine Mumie. Mein Name ist Roger Bacon und ich bin ein ganz gewöhnlicher alter Mann.
EDWARD: Hey, ich bin schon 20 Jahre auf der Welt, und mir ist noch nie ein alter Mann begegnet der so seltsam war wie Ihr.
ROGER: Ach so. Nun, ich kenne die Welt schon seit sechshundert Jahren und mir sind viele Leute begegnet die noch seltsamer waren als ich.
JAMES: Verehrter Herr, seid Ihr vielleicht verwandt mit dem großen Zauberer Roger Bacon der sich im dreizehnten Jahrhundert einen Namen machte?
ROGER: Ohhh... Ihr seid kenntnisreich. Ich bin dieser Zauberer Roger Bacon von dem Ihr sprecht.
JAMES: Ihr wollt behaupten das Ihr 1210 geboren wurdet und bis heute, 1898 überlebt habt?
ROGER: Um präzise zu sein wurde ich 1214 geboren.
JAMES: Koudelka, ist das ein schlechter Scherz?
KOUDELKA: Gute Frage...
ROGER: Das ist kein Scherz! Ich bin der berühmte Roger Bacon!
JAMES: Also gut, wenn Ihr wirklich Roger Bacon seit könnt Ihr mir sicher sagen wo und mit wem ihr studiert habt.
ROGER: Ah, das ist leicht. Ich ging 1247 nach Oxford und studierte unter der Obhut von Robert Grosseteste . Er war ein guter Professor, aber ich halte Ihn nicht für einen weisen Mann. Ich schrieb mein Meisterwerk Opus maius und zahlreiche andere Bücher über die Naturwissenschaften. Als Visionär und Pionier kann ich sagen das mein Werk noch Generationen nach mir andere Arbeiten beeinflusst hat. Doch leider, im nach hinein, verblasst dieses Werk im Vergleich mit der Aufgabe die Émigré-Schrift für den Papst zu kopieren.
JAMES: Die Émigré-Schrift? Ich wusste das Ihr sie kennt.
ROGER: Natürlich. Ich habe 5 Jahre gebraucht das gesamte Buch zu kopieren. Ich weiß absolut alles über dieses Buch.
KOUDELKA:  Was steht denn drinnen? Ist es...
ROGER: Haaa... Es deckt die Geheimnisse des Lebens weit über das bekannte hinaus auf. Es beschreibt, die geheimen Unsterblichkeitsrituale des altertümlichen Volkes der Fomorer. Die Fomorer beanspruchten die Leben der Wiederauferstanden für sich. Sie kehrten die Naturgesetze und den Lauf des Lebens um. Als die Druiden die Kelten unterwarfen ließ Alexander der Große die Émigré-Schrift für die große  Bibliothek ins griechische  kopieren.
KOUDELKA: Die Auferstehung der Toten... es ist also doch war.
ROGER: Die Émigré-Schrift galt lange Zeit als das gefährlichstes Werk der Literatur. Sie wurde in den Kavernen unter den päpstlichen Quartieren streng bewacht. Aber offensichtlich, nagte an dem Buch über Generationen der Zahn der Zeit. Daher verfügte der Papst das durch kopieren des gesamten Buches eine neue Ausgabe erstellt werden sollte, wozu man mich aus erkor. Der Papst trug mir auf, das Buch Wort für Wort zu kopieren. Als dies vollbracht war, sollte ich offensichtlich getötet werden. Doch da hatten sie die Rechnung ohne mich gemacht. Ich konnte unbemerkt entkommen, und machte mich auf den Weg zum geheiligtem Land von dem ich in der Emigré-Schrift gelesen hatte.
EDWARD: Und... die geheimen Rituale? Sagt ihr nicht ihr hättet...
ROGER: Ihr seht das Ergebnis direkt vor Euch.
KOUDELKA: Ihr habt es geschafft.
ROGER: Obwohl ich es nicht an anderen wiederholen kann... Ja ich bin den Klauen des Todes entronnen. Aber ich konnte nicht dem Gesetz des Lebens entkommen, dem stetigen Wandel. Mein Körper ist immer noch der Alterung unterworfen wie Ihr an meiner gekrümmten Erscheinung erkennen könnt. Die letzten 300 Jahre habe ich nichts anderes getan als die Welt zu bereisen. Ich habe genug gesehen von der Grausamkeit der Menschheit. Deshalb kam ich hierher, um mich auszuruhen... Nun, genug geredet. Ich muss an meiner Forschung weiter arbeiten. He, he... Darf ich Euch bitten zu gehen?

Die drei verlassen Roger Bacon wieder.